AG Risikokompetenz

AG RISIKOKOMPETENZ 

 

Liebe Kommilitonen!

Noch immer lassen sich viele Mediziner von Zahlen und Statistiken in die Irre führen oder können die Sinnhaftigkeit unterschiedlicher Behandlungen oder  diagnostischer Maßnahmen nur schlecht quantifizieren, oft ohne es zu merken und mit zum Teil massiven negativen Konsequenzen für die Gesundheit der Patienten. 

 

BSP: 

In der Pränataldiagnostik wird oft im Rahmen der regelmäßigen Ultraschalluntersuchungen die Nackenfaltentransparenz zur Bestimmung einer möglichen Trisomie 21 erfasst. Doch wie diagnostisch ist die Bestimmung der Nackenfaltentransparenz? Nehmen wir an, eine Frau im Alter von 40 bis 44 Jahren erhält eine solche Untersuchung und es wird bei Ihrem Fötus eine intransparente Nackenfalte identifiziert. Die meisten Mediziner*innen und Medizinstudent*innen wissen nicht, und können sich auch nicht herleiten, dass nur etwa 8 von 100 solcher auffälligen Befunde wirklich auf Trisomie 21 zurückzuführen sind. Bei 30 bis 35-jährigen Frauen fällt dieser Wert sogar unter 1 von 100. Dies sind kritische Informationen, über die man sich als Mediziner*in im Klaren sein sollte und welche Patienten kommuniziert werden sollten, bevor eine solche Untersuchung durchgeführt wird. Denn die Konsequenz eines auffälligen Befundes ist in der Regel eine Amniozentese, bei der, in Abhängigkeit des Alters der Mutter, 1 bis 2 von 100 Kinder durch einen Spontanabort ums Leben kommen.

 

Sowohl zur eigenen Handlungssicherheit von Mediziner*innen als auch zur Patientensicherheit setzen wir uns dafür ein, das die ärztlichen Kernkompetenzen Risikokompetenz und Risikokommunikation verbreitet werden. Dazu geben wir eigene Seminare, bilden Tutoren aus und haben für die Stubatus Tutorien entwickelt, die Ihr über die LLP buchen könnt. Darüberhinaus sammeln wir intransparent kommunizierte Risiken z.B. aus Vorlesungsfolien anderer Kurse und bieten an, diese als Dienstleistung zu überarbeiten.

 

MITMACHEN: 

Wir sind auch in Navigating Numbers in Medicine – a series of masterclasses” aktiv. Dort lernt Ihr u.A. worauf Ihr achten müsst, um sowohl im klinischen Risikomanagement und der Risikokommunikation kompetent zu werden, wissenschaftliche Arbeiten mit einfachen Daumenregeln kritisch zu bewerten, und erlernt Strategien zum Umgang mit Situationen, in denen keine soliden Zahlen oder medizinische Evidenz zur Verfügung steht: bei klinischer Unsicherheit.(https://navigatingnumbersblog.wordpress.com/)

 

Bei Interesse könnt Ihr uns unter folgender Emailadresse erreichen: risikokompetenz-ag@charite.de